analoges Filmmaterial: Basic Tipps zur Nutzung !


Hier erhalten Sie ein paar grundsätzliche Informationen zur Nutzung analoben Filmmaterials:

Die Empfindlichkeit
Die heute übliche ISO-Angabe ist eine Kombination der früher gebräuchlichen ASA- bzw. DIN-Werte. Ein Vergleich:
Grundsätzlich sind diese Empfindlichkeitsstufen für alle normalerweise vorkommenden Fotosituationen bestens geeignet
(Personen, Porträts, Landschaften, Gruppen, Architektur, Urlaub, Tiere, Pflanzen, Blumen, Dokumentation etc.). Dennoch lohnt es sich, bei der Wahl der Filmempfindlichkeit ein paar einfache Regeln zu beachten:

Kameraeinstellung
Moderne Kameras stellen sich auf die Empfindlichkeit des Films automatisch ein (durch Abtastung des DX-Codes). Kameras ohne Belichtungsautomatik müssen manuell auf die auf der Filmverpackung angegebenen Empfindlichkeit eingestellt werden.
Belichtungsspielraum
Die meisten Kameras verfügen über eine eingebaute Belichtungsautomatik, die selbsttätig das günstigste Verhältnis zwischen Belichtungszeit und Blendenöffnung einstellt. Dennoch werden viele Aufnahmen nicht korrekt belichtet, weil manche Belichtungsautomatiken bei nicht typischen oder kritischen Lichtverhältnissen doch überfordert sein können.

Typisches Beispiel:
Gegenlichtaufnahmen. Hier kann ohne Belichtungskorrektur ein um bis zu 2 Blendenstufen unterbelichtetes Negativ oder Dia entstehen. Moderne Filme tolerieren je nach Filmtyp Fehlbelichtungen bis zu fünf Blendenstufen (Unterbelichtung bis zu zwei, Überbelichtung bis zu drei Blendenstufen), ohne daß merkliche Qualitätseinbußen hingenommen werden müssen.

Belichtungshinweise
Man wählt in Zweifelsfällen bei Color-Negativfilmen die Belichtung etwas reichlicher (z. B. Blende weiter öffnen = kleinere Blendenzahl), bei Diafilmen etwas knapper (z. B. Blende etwas mehr schließen = größere Blendenzahl). So ist man immer auf der sicheren Seite, da eine Überbelichtung bei Negativfilmen bzw. eine knappe Unterbelichtung bei Diafilmen zu einer intensiven Farbsättigung führt.
ISO ASA DIN im Vergleich zu ISO 100/21°
100/21° 100 21°
200/24° 200 24° zweimal empfindlicher
400/27° 400 27° viermal empfindlicher

Tageslicht:
Tageslicht ist nicht gleich Tageslicht. Morgens und nachmittags, also bei schrägstehender Sonne, ist das Licht wärmer, enthält also mehr Rotanteile. Mittags, bei senkrecht stehender Sonne, ist es kälter, enthält also mehr Blauanteile. Diese Farbchrakteristik des Lichtes bezeichnet man als Farbtemperatur, die in Kelvin gemessen wird. Z.B. Tageslichtfilme sind auf mittleres Tageslicht abgestimmt, das einer Farbtemperatur von 5500 Kelvin entspricht. Zu kaltes Licht kann durch ein rötliches Filter (z. B. R 1,5 oder R 3), zu warmes Licht durch ein bläuliches Filter (z. B. B 1,5 oder B 3) korrigiert werden. Diese Korrektur ist jedoch nur bei Umkehrfilmen anzuwenden.
Blitzlicht
Elektronenblitzgeräte und Blitzlichtlampen sind auf mittleres Tageslicht eingestellt. Je nachdem, ob ein hoch- oder niedrigempfindlicher Film verwendet wird, ändert sich die Leitzahl des Blitzes. Tipp: Bei Blitzaufnahmen mit dunklen oder entfernten Motiven erhält man bessere Ergebnisse, wenn man um 1 Blende reichlicher belichtet.
Kunstlicht
Kunstlicht, also Licht von Lichtquellen wie Fotolampen, Glühlampen oder Leuchtstoffröhren, hat seine eigene Charakteristik. So haben Fotolampen eine Farbtemperatur von 3400 K, Glühlampen eine von 3200 K.

Moderne Negativfilme und Diafilme sind auch für Kunstlicht hervorragend geeignet. Um eine optimale Qualität zu erreichen, ist je nach Lichtquelle eine bestimmte Filterung erforderlich. Und da jede Filterung mit einem Verlust an Lichtintensität verbunden ist, muß dies bei der Belichtung wieder ausgeglichen werden:

UV-Sperrfilter
Alle AgfaPhoto Filme enthalten ein eingelagertes UV-Schutzfilter, das die im Tageslicht enthaltene unsichtbare UV-Strahlung absorbiert. Der Einsatz eines UV-Sperrfilters ist deshalb nicht erforderlich. Er empfiehlt sich aber als mechanischer Schutz für das Objektiv.
Polarisationsfilter
Dieses Filter wird einerseits zur Minderung von Reflexen, z. B. auf Glas oder Wasser (nicht Metall), eingesetzt, andererseits zur Erzielung besonderer Effekte (z. B. intensives Himmelblau). Je nach Filtertyp ist ein bestimmter Verlängerungsfaktor für die Belichtung zu beachten (siehe Filter- bzw. Kamera-Gebrauchsanleitung).

In der Schwarzweißfotografie verwendete Farbfilter sind für die Farbfotografie nicht geeignet. Sie verursachen starke Farbverschiebungen!  Extrem lange und extrem kurze Belichtungszeiten können die Empfindlichkeit und die Farbbalance des Filmmaterials beeinflussen. Man nennt dies den Schwarzschildeffekt. Moderne Filme sind in ihrem Schwarzschildverhalten vorbildlich. Innerhalb des weiten Belichtungszeitenbereichs von 10 -1/10000 s treten keine Empfindlichkeits- und Farbabweichungen auf. Ist jedoch eine noch längere oder eine noch kürzere Belichtung nötig, so können Belichtungs- oder Farbkorrekturen erforderlich werden.

Mehr Infos & wissenswertes über Filme. . .

Röntgenkontrollen
Die bei Flugreisen unvermeidlichen Röntgenkontrollen sind nicht in allen Fällen unproblematisch. Geräte mit dem Hinweis „Film safe“ zeigen zwar nach unseren Untersuchungen innerhalb der normalen Anzahl von Kontrollen keine erkennbare Wirkung, dennoch sollten Filme grundsätzlich nicht mit dem Gepäck aufgegeben werden, sondern im Handgepäck mitgeführt werden. In jedem Fall ist es besser, eine Sichtkontrolle durchführen zu lassen. Ganz besonders gilt diese Vorsichtsmaßnahme für höherempfindliche Filme, denn je empfindlicher ein Film gegenüber sichtbarem Licht, desto empfindlicher ist er auch gegenüber Röntgenstrahlung.

Die Lagerung
Generell gilt: Filme nicht in feuchten Räumen oder bei hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahren. Und ebenso sollten Filme nicht starker Wärme ausgesetzt werden. Unbelichtete Filme: Unbelichtete Filme sind umso länger haltbar, je kühler sie aufbewahrt werden, am besten in der Originalverpackung. So bleiben ihre fotografischen Eigenschaften stabil. Im Kühlschrank gelagerte Filme sollte man ca. 2 Stunden an die Raumtemperatur angleichen lassen, da sich sonst Luftfeuchtigkeit auf dem kühlen Film niederschlagen kann. Das Handschuhfach im Auto ist kein geeigneter Aufbewahrungsort für Filme, bei starker Sonneneinstrahlung entstehen nicht selten Temperaturen bis zu 80°C. Schädlich sind auch Gase, zum Beispiel Formaldehyd, wie sie bei Möbeln, Kosmetika, Klebstoffen oder Lacken auftreten können.
Die Kamera selbst bietet hier nur einen unzureichenden Schutz. Besser ist es, die Kamera notfalls in einem  Polyethylenbeutel aufzubewahren.

fertig Belichtete Filme:

Belichtete Filme gibt man am besten gleich zur Entwicklung. Das „latente“ Bild (also das einbelichtete Bild vor der Entwicklung) kann sich durch längere Lagerung und ungünstige Klimabedingungen verändern. Im Ergebnis kann das
Farbgleichgewicht gestört werden. Entwickelte Filme: Für entwickelte Filme sind die gleichen Vorsichtsmaßnahmen
zu empfehlen: Kühl und trocken aufbewahren und vor schädlichen Gasen und direkter Lichteinwirkung
schützen.

Die Verarbeitung & Entwicklung

Die Filmentwicklungsprozesse sind weltweit standardisiert. Z.B. Fuji, Kodak, Ilford, Rollei, Bergger, Foma, Orwo, Adox, Ferrania & AgfaPhoto Filme sind „verarbeitungskompatibel“ und werden in folgenden Prozessen verarbeitet:
– Negativfilme im Prozeß AP 70/C-41
– Diafilme im Prozeß AP 44/E-6


Fazit:

… heute im Jahr 2018 ist die analoge Filmauswahl traumhaft vielfälltig und bietet für jeden Analogfan, jedes Anwendungsgebiet und die Lieblings-Foto- Vorlieben des Fotografen das richtige Filmmaterial. Auch die Preise sind, verglichen mit den 1980er Jahren absolut nicht überteuert sonder vergleichbar (Euro- & Inflations- bereinigt).

Von wegen es gibt immer weniger und nur teurere Analogfilme… das war gestern! Heute ist die Analoge Fotografie wieder ein Trend, sicherlich kein kurzfristiger, kein oberflächlicher… denn die analoge Fotoszene hat bereits 120 Jahre Erfahrung hinter sich… das wir die digitale Kurzlebigkeit wohl nie erreichen 🙂